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Treasures of the Baroque 1Bach Discovery Day

I Barocchisti

Diego FasolisCembalo & Leitung

Fiorenza de Donais (Konzertmeisterin & Solovioline), Stefano Bet (Traversflöte)

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Datum:
Freitag, 2. August 2019
Spielort:
Atelier Bolt
Zeit:
11:30 Uhr
Türöffnung:
10:30 Uhr
Dauer:
70 min, ohne Pause
Tickets:
CHF 100 | 50
Rollstuhlplätze:
076 561 21 58

11.00 Uhr
Konzerteinführung mit Frau Dr. Christine Blanken und Mitgliedern der Barocchisti

Venedig war insbesondere innerhalb des Renaissance- und Barockzeitalters eine der zentralen Musikmetropolen. Eine architektonische Gegebenheit gab den entscheidenden Ausschlag zur Entwicklung des «Concertos» und dessen spezifischer Formen. Der Markusdom ist heute Bischofskirche und war bis vor 200 Jahren noch der repräsentative Sitz des Dogen, des Staatsoberhaupts der Republik Venedig. Im 16. Jahrhundert initiierte Doge Andrea Gritti architektonische Umgestaltungen des Innenraums, die den Weg für die Musizierpraxis der venezianischen Mehrchörigkeit ebneten, aus der sich das Prinzip des Konzertierens und das barocke «Concerto» entwickelten.

Im Jahr 1687, als Antonio Vivaldi geboren wurde, gab es in Venedig bereits unzählige Opernhäuser und Orchester. Vivaldi entschied sich zunächst für eine geistliche Laufbahn, doch er legte sein Amt früh nieder und wurde stattdessen Lehrer am «Ospedale della Pietà». In diesem Waisenhaus für junge Mädchen, das zugleich eine der vier grossen Musikschulen war, unterrichtete der virtuose Violinist nicht nur täglich, er hatte auch den Auftrag, wöchentlich ein Konzert für das Mädchenorchester zu schreiben. Diese Tatsache führte zu einer Fülle von 500 Konzerten. Seine ausserordentliche Produktivität lässt sich vor allem auf seine spezielle Kompositionstechnik zurückführen, die auf der Wiederholung und Variation von kleinsten thematischen und rhythmischen Bausteinen beruht. Diese Art des Komponierens hat ihm folgenden Ausspruch von Igor Strawinsky eingebracht: «Vivaldi hat nicht 500 Konzerte geschrieben, sondern 500 Mal dasselbe Konzert.» Nichtsdestotrotz legte Vivaldi mit seinem Schaffen den Grundstein für das «Concerto grosso» und gilt als Entwickler des Solokonzerts. Merkmale davon waren einerseits die Satzfolge schnell – langsam – schnell sowie der musikalische Wettstreit von Orchester und Solostimme(n). Darüber hinaus liess Vivaldi den Solisten viel Raum zur freien Improvisation. Die berühmtesten Beispiele dieses Konzerttypus sind seine vier Violinkonzerte von 1725, die «Quattro Stagioni».

Bach, der die Werke seiner Kollegen stets genau studierte, war aufgeschlossen gegenüber Neuerungen und Techniken. Mit Vivaldis Konzertzyklus «L’Estro Armonico» kam er erstmals zu seiner Zeit in Weimar, 1713, in Berührung. Die sechs «Brandenburgischen Konzerte» stehen in der italienischen Tradition, übertreffen Vivaldis «Concerti grossi» aber in kontrapunktischer Dichte. Im Konzert Nr. 5 steht dem Streichorchester (Tutti oder Ripieno genannt) eine Solistengruppe (Concertino) mit Cembalo, Flöte und Violine gegenüber. Aufgrund der ausladenden Solokadenz des Cembalos im Allegro wird häufig vom «ersten Cembalokonzert» der Musikgeschichte gesprochen.

Antonio Vivaldi  
(1678–1741)
Konzert für Streicher und Basso continuo
in g-Moll, RV 152
Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
«Brandenburgisches Konzert» Nr. 5 D-Dur,
BWV 1050
Antonio Vivaldi
(1678–1741)   
Konzert für Streicher und Basso continuo
in d-Moll, RV 128       
Johann Sebastian Bach
(1685–1750) 
Violinkonzert a-Moll, BWV 1041
Ouvertüre (Suite) Nr. 2 h-Moll, BWV 1067