Eröffnungskonzert – Meilensteine
Antonello Manacorda im Interview
«Krieg, Frieden, Aufklärung»
Unter Claudio Abbado war Antonello Manacorda Konzertmeister des Mahler Chamber Orchestra, bevor er eine beachtliche Dirigentenkarriere begann. Von 2010 bis 2025 leitete der Italiener die Kammerakademie Potsdam. Sein Klosters-Debüt feiert Manacorda beim Eröffnungskonzert am 31. Juli mit der Camerata Salzburg und Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie. Georg Rudiger stellte ihm ein paar Fragen.
Im Konzert mit der Camerata Salzburg wird Lukas Sternath Mozarts d-Moll-Klavierkonzert KV 466 spielen. Was schätzen Sie an dem Wiener Pianisten?
Lukas ist einer der faszinierenden Musiker der neuen Generation: extrem begabt, aber nicht arrogant. Er ist noch jung, aber gleichzeitig schon sehr reif – und im Zusammenspiel überaus reflektiert. Es ist ein purer Genuss, mit ihm auf der Bühne zu sein.
Das Motto von Klosters Music 2026 heisst «Ikonen». Warum ist für Sie die 5. Sinfonie von Beethoven eine Ikone in der Musikgeschichte?
Zum einen vermag es Beethoven, aus zwei verschiedenen Tönen und einem ganz einfachen Rhythmus ein unvergessliches Thema zu schöpfen. Zum anderen bildet die Sinfonie Beethovens politisches und philosophisches Credo ab. Von c-Moll zu C-Dur erzählt er uns von den grossen Themen seiner Zeit: Krieg, Frieden, Aufklärung!
Sie sind zum ersten Mal zu Gast bei Klosters Music. Was verbinden Sie mit dem Ort?
In Klosters war ich noch nie, aber schon sehr oft in der Schweiz. Meine Tante hatte ein Haus im Engadin. Dort bin ich viel Ski gefahren und war häufig im Sommer wandern. Ein Spaziergang im Fextal ist gerade im Sommer eine Wohltat für die Seele.