Interview mit Chelsea Zurflüh

«Ich liebe es, im Da Capo frei zu sein» 

Vor zwei Jahren hat Chelsea Zurflüh den renommierten «78. Concours de Genève 2024» gewonnen. Seither hat die Karriere der 30-jährigen Schweizer Sopranistin mit Wurzeln auf den Seychellen weiter an Fahrt aufgenommen: Bei der Wiederaufnahme von Massenets «Werther» am Opernhaus Zürich (Premiere am 14.6.26) wird Zurflüh die Partie der Sophie singen. In Klosters ist die Sängerin am 7. August im Konzert «Händels Heldinnen» zu hören. 

Das Motto von Klosters Musik heisst «Ikonen». Was bedeuten für Sie Ikonen oder ikonische Werke in der Musik?

Für mich sind das ausserordentliche Werke, die heute noch regelmässig aufgeführt werden und Menschen immer wieder aufs Neue berühren können. Opern wie «Die Zauberflöte» oder «La Traviata», die Requien von Mozart und Fauré, Bachs Passionen und Beethovens 9. Sinfonie. 

Neben einer virtuosen Arie von Carl Heinrich Graun singen Sie im von Maurice Steger geleiteten Konzert mehrere von Georg Friedrich Händel. Was mögen Sie an dieser Musik? 

Händels Musik habe ich im Studium kennengelernt – seine Koloraturen, aber auch die innigen Momente habe mich so mitgerissen, dass ich direkt nach weiteren Kompositionen von ihm gesucht habe. So habe ich die Da-Capo-Arien der Cleopatra aus «Giulio Cesare» und der Morgana aus «Alcina» gefunden. Ich liebe es, im Da Capo frei zu sein und dem Stück mit meinen Emotionen durch die Verzierungen einen neuen Touch zu verleihen. 

Was verbinden Sie mit Klosters und der Bündner Bergwelt? 

Ich kenne Klosters noch nicht und freue mich, den Ort und das Festival endlich kennenzulernen! In der Bündner Bergwelt habe ich vor langer Zeit eine wunderbare Wanderung an den Crestasee gemacht. Wenn ich etwas mehr Zeit hätte, würde ich noch öfters ins Bündnerland zum Wandern kommen. 

 

Zum Konzert